Tagebuch über meine Erlebnisse mit dem National und Bundesligaspieler Cacau-heute beim VfB Stuttgart

" Cacau ist der einzige Fussballspieler in der ganzen Geschichte der Bundesliga, der direkt von der fünften in die erste Liga aufgestiegen ist. "
Vor
:: Landesliga Süd - Mai 2001 Bundesliga Debüt November 2001
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Folge 1

Ich erinnere mich wie heute an die Ankunft von Cacau am Flughafen in München. Er kam am 12. Juli 1999 um 14.27 Uhr mit der Fluglinie VASP nach einer Zwischenlandung in Brüssel. Es war an diesem Tag sehr heiß, 32 Grad. Er hatte einen braunen, etwas schäbigen Anzug an, eine kleine Tasche mit ein paar Anziehsachen, ein bisschen Wechselgeld. Ich erinnere mich, wie er mich anlächelte und erleichtert war, als er mich antraf. In diesem Augenblick spürte ich die ganze Verantwortung, die ich damit übernommen hatte. Es war, als ob man ein Kind in die Welt setzt

Natürlich erinnerte ich mich auch, wie ich selbst vor Jahren nach Deutschland gekommen war. Es war auch an diesem Tag im Mai 1981 sehr heiß. Cacau war übrigens damals erst 2 Monate alt. Es war alles sehr fremd, das Grün, die Wohnhäuser, die mit 200 Km/h rasenden Autos auf der Autobahn
Ich versuchte, ihn so gut wie möglich aufzunehmen und nahm ihn gleich mit zur Entspannung zum Fußballplatz hier in Oberschleißheim. Er war entzückt über den gepflegten Rasen. Ich spürte, wie er sich freute, so schnell als möglich bei einem Fußballspiel eingesetzt zu werden. Ich vergesse seinen Satz nie: „Nicht zu Unrecht sagt man in Brasilien, dass die Deutschen bestens organisiert sind“. Wir gingen dort in einem griechischen Restaurant zum Mittagessen. Dort erzählte ich ihm über meine Erfahrungen in Deutschland. Ich wollte, dass er meinem Beispiel folgend so schnell wie möglich Deutsch lernte, damit man ihn respektiert und damit er sich schneller einlebt. Er sollte nicht nur alles nachplappern, was ihm die anderen vorkauen und nicht wie viele brasilianischen Spieler, die hier landen, schlecht Deutsch sprechen. Meist kehren sie nach Brasilien zurück und haben nicht die geringste Ahnung über dieses Land. Darauf achtete ich sehr. Jeweils nach dem Frühstück fing ich in der Küche an, ihm die Grundkenntnisse zu vermitteln.

Am 15. Juli nahm ich ihn mit zum Training zu Türk Gücü, aber gerade in dieser Woche fuhr die Mannschaft für eine Woche nach Dillingen zur Saisonvorbereitung. Ich selbst hatte Shows außerhalb von München, auch andere Sachen zu erledigen, ich konnte ihn einfach nicht begleiten. Ich kehrte nach drei Tagen zurück und fuhr sofort nach Dillingen. Dort konnte ich seinem ersten Freundschaftsspiel in Deutschland beiwohnen. Er spielte nur 20 Minuten, denn seine Papiere waren noch nicht in Ordnung. Ich vergesse nie, wie ich in das Stadion kam und seinen ersten Ballkontakt sah. Mit dem Rücken zum Verteidiger spielte er den Ball mit der Ferse zu seinem Mitspieler und rannte nach vorn, um den Ball wieder aufzunehmen. Damals sagte ich leise zu mir selbst: „Dieser Bengel wird es noch weit bringen“.